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| IHK-Newsletter 07/2009 |
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07 | 2009 Magazin Wirtschaft | IHK Besonders die Produkte von Marktführern werden oft kopiert. Die taiwanesische Kopie der elektrischen Zahnriemenachse von Festo erhielt 2008 den Negativpreis "Plagiatus". Wirtschaftsspione: So schützen Sie Ihr Know-how
Achtung: Wirtschaftsspione haben in Krisenzeiten Hochkonjunktur. Die Bedrohung deutscher Unternehmen durch Spionage hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neben den klassischen Bereichen Politik und Militär konzentrieren sich die „Bemühungen“ ausländischer Staaten zunehmend auf Wirtschaftsunternehmen und deren Einrichtungen. Gerade ergab eine Studie des Verfassungsschutzes, dass deutsche Mittelständler vor allem für die Nachrichtendienste aus China und Russland ein beliebtes Ziel sind. Im Fokus: Branchen wie erneuerbare Energien, Autobau, Chemie, Kommunikation, Rüstung, Maschinenbau und Materialforschung. Die Experten vom Verfassungsschutz sehen die deutsche Wirtschaft von zwei Seiten unter Druck: „Technologisch weniger entwickelte Staaten spähen eher technisches Know-how aus, um Kosten für die eigene Forschung und Entwicklung sowie mögliche Lizenzgebühren zu vermeiden“, schreiben sie. „Höher entwickelte Staaten interessieren sich dagegen für Produktideen, komplexe Fertigungstechniken sowie für Unternehmens- und Marktstrategien.“ Spionage ist aber nicht mehr nur ein Betätigungsfeld von Geheimdiensten im Rahmen der Wirtschaftsspionage, sondern als Industriespionage immer häufiger ein sicherlich unadäquates und illegales Werkzeug, um dem wirtschaftlichen Mitbewerber zuschaden. Das Bundesinnenministerium schätzt den Schaden durch Wirtschafts-, beziehungsweise Industriespionage in Deutschland auf jährlich circa 20 Milliarden Euro. Doch wer ist gefährdet? Folgende Fragen können Ihnen helfen, Ihr Unternehmen bezüglich seiner Bedrohung zu analysieren: • Besitzt ihr Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten (besondere Produktqualität, Kostenführerschaft, Spezialprodukte)? • Bieten sie Produkte oder Dienstleistungen an, die sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke genutzt werden können? • Liegen Anhaltspunkte für eine Ausforschung ihres Unternehmens vor? Zum Beispiel: Kommen sicher geglaubten Aufträgen häufig nicht zustande, oder sie erhalten ungewöhnliche Anfragen von unbekannten Unternehmen, die oft nicht den Geschäftsgewohnheiten der Branche entsprechen? • Oder: Firmeninterna werden in der Öffentlichkeit bekannt oder Plagiate Ihrer Produkte sind auf dem Markt erhältlich. Wenn sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten können, sollten sie besonders wachsam sein. Ihr Unternehmen gerät schnell in das Visier von Wirtschafts- und Industriespionen oder kriminellen Konkurrenten – falls es nicht bereits ausspioniert wird. Dann sollten Sie dringend etwas unternehmen. Dazu gehört zunächst die Suche nach den Schwachstellen und sicherheitstechnische Maßnahmen, zum Beispiel gegen Hackerangriffe. Außerdem müssen Richtlinien für Mitarbeiter in sensiblen Bereichen aufgestellt und Kontrolmechanismen zu deren Umsetzung entwickelt werden. Alle Präventionsmaßnahmen müssen der gesamten Belegschaft zugänglich gemacht werden.. I H K - T I P P 13 REGELN ZUR PRÄVENTION GEGEN INDUSTRIESPIONAGE: • Warten Sie nicht, bis der Spionagefall eingetreten ist. • Holen Sie aktuelle Informationen bei kompetenten Partnern ein, zum Beispiel auch vom Verfassungsschutz. • Verankern Sie Informationsschutz als wichtigen Bestandteil Ihrer Unternehmensphilosophie. • Analysieren Sie regelmäßig Ihre definierten Sicherheitsstandards. • Realisieren Sie ein ganzheitliches Sicherheitskonzept und schreiben sie es permanent fort. • Konzentrieren Sie Ihre Schutzmaßnahmen auf einen erweiterten Kernbestand von Inhalten und Informationen mit Zukunftssicherung für Ihr Unternehmen. • Erstellen Sie eine Liste mit „dos and don‘ts“. • Kontrollieren Sie die Einhaltung und den Erfolg dieser Vorkehrungen. • Sanktionieren Sie eventuelle Verstöße. • Installieren Sie ein „Frühwarnsystem“ zur Erkennung von Know-how-Verlusten. • Verfolgen Sie Auffälligkeiten und konkrete Hinweise konsequent und mit Nachdruck. • Nehmen Sie professionelle Hilfe zur Schwachstellenanalyse in Anspruch. • Nutzen Sie ihren Informationsschutz als strategischen Erfolgsfaktor.
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